Logbuch: Netzpolitik

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Die am vergangenen Freitag erschienene Ausgabe 131 “Internet der kurzen Wege” des Podcasts “Logbuch: Netzpolitik”, hinter welchem Linus NeumannWiki, Blog und Tim PritloveWiki, Blog stehen, beinhaltet die Bitte, den Podcast doch bekannter zu machen. Selbst wenn man sich nicht fĂŒr Netzpolitik interessiert, kann dieser Podcast unterhalten – und wenn man sich fĂŒr (Netz-)Politik interessiert, also die politisch/rechtliche Ausgestaltung unserer stetig neuen technischen RealitĂ€ten, dann ist “Logbuch: Netzpoltitik”1 sozusagen “PflichtlektĂŒrebeschallung“.
Logbuch: Netzpolitik

  1. Kenner verkĂŒrzen oft liebevoll auf “LNP”. []

Kosmetik.

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Kosmetik. Wie vielleicht sichtbar ist, bekommt BRIMBORIUM.net derzeit ein neues Make-Up. Dieser Prozess wird wohl noch bis April dauern1 und im Anschluss werden die Änderungen an “Twenty Fourteen” unter gleichen Lizenz (GPL) kostenlos zur VerfĂŒgung gestellt.

[Ist leider nie passiert. Entschuldigung.]

  1. bzw. bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin []

Vorsatz

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Am 29.12.2004, vor etwas mehr als zehn Jahren, habe ich (an anderer Stelle) meinen ersten Blogeintrag verfasst. Seitdem habe ich geschrieben, aber in den letzten drei Jahren stetig weniger. Daher mein Vorsatz fĂŒr 2015: TĂ€glich ein bisschen schreiben. Bislang habe ich das auch umgesetzt.
Merke: Schreiben ≠ Veröffentlichen.

Whatsappokalypse und German Facebook Angst

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Facebook hat den Messaging-Service Whatsapp fĂŒr absurde 19 Mio. USD gekauft1 , und meine Timeline ist nun voll von Artikeln, die Alternativen zu Whatsapp aufzeigen, u.a. die proprietĂ€re, verschlĂŒsselte Mobile Messaging App Threema.

Da ich persönlich Whatsapp nach den ersten Snowden-Leaks verlassen habe, freue ich mich natĂŒrlich, dass Menschen tatsĂ€chlich darĂŒber nachdenken, Whatsapp sein zu lassen. Ich habe das PhĂ€nomen Whatsapp zwar irgendwie mitgemacht und auch verstanden – der Erfolg liegt in der SimplizitĂ€t, die Whatsapp zu einem sehr simplen SMS-Ersatz macht – aber es war fĂŒr mich immer auch mit argen Schmerzen verbunden. Ich konnte nicht umhin, den Adressbook-Upload nicht ganz so super zu finden2, die Ketten-Messages waren auch Ă€tzend, vor allem aber war es das Whatsapp-Konzept, nur auf einem GerĂ€t zugleich zu funktionieren: Nur auf dem Smartphone. Die Situation, vor einem iPad oder gar einem PC zu sitzen, und das stĂ€ndig vibrierende Smartphone immer wieder in die Hand zu nehmen um letztlich ĂŒber das Internet zu kommunizieren, fand ich einfach nur furchtbar3. Es waren die Zeiten von nicht wirklich tollen Smartphones mit Android 2.x, aber auch heute mag ich es nicht, mein top-notch-LG G2 in die Hand zu nehmen, da irgendjemand meint, mich dazu zwingen zu mĂŒssen.

Als ich mich dazu entschied, Whatsapp nicht mehr zu nutzen, suchte ich nach einer vernĂŒnftigen Alternative mit Web-Interface, ohne mit irgendeinem weiterem Dienst meine Daten zu teilen. So bekamen Facebook Messenger und Google Talk/Hangouts einen prominenten Platz auf meinem Smartphone-Homescreen.

Seit Mitte letzten Jahres ist viel Bewegung in dem mobilen Markt fĂŒr “sicheres” Messaging gekommen – jedenfalls auf Seiten der App-Entwickler. Seit Anfang dieses Jahres setze ich konsequent auf OTR mit allen Menschen, die technisch flexibel genug sind, dass man ihnen die Idee schnell erklĂ€ren kann – zwar vor allem ĂŒber Facebook und Google-Server, aber immerhin.4 Derzeit ist Threema am populĂ€rsten. Gestern hat mich ein guter Freund kontaktiert, mit dem ich, sensibilisiert durch den Konsum von 30C3-Talks mal ĂŒber sichereres Messaging (und somit durch freak show-Konsum auch Threema) gesprochen habe – er hat sich als armer Praktikant nun Threema gekauft. Nachdem ich mir auch Threema gegönnt hatte, kontaktierte mich dann ein weiterer Freund, da ich mich aus Convenience-GrĂŒnden ĂŒber meine E-Mail-Adresse finden lasse. Wenn SZ.de also sinngemĂ€ĂŸ schreibt, das Threema eine Nutzerexplosion erlebt, klingt das fĂŒr mich Ă€ußerst plausibel. Das ist zwar irgendwie doof, weil Threema aufgrund seiner proprietĂ€ren, zentrierten Natur nicht die optimale Lösung sein kann; aber in Ermangelung besserer, “fertiger” Alternativen5, ist das eine nicht ganz so schlechte Entwicklung. An dieser Stelle daher ein erstes, kleines “Danke, Facebook!”

Dennoch: Die Menschen, die nun meine Threema-Kontakte darstellen sind irgendwie dann doch “Nerds im weiteren Sinne” – keine Bilderbuchnerds, aber Technikenthusiasten. Und ich nehme auch an, dass diejenigen, die nun in den Kommentarspalten ihre German Facebook Angst kundtun6 und somit fieberhaft Whatsapp verlassen möchten, auch nicht die Mehrheit darstellen, sondern nur eine lĂ€rmende Minderheit. Aber dennoch: Wenn genug dieser Menschen vor dem Löschen ihres Whatsapp-Kontos noch ihre dortigen Kontakte anschreiben, kann hier eine spĂŒrbare, eventuell empfindliche Nutzerwanderung zu einem anderen Dienst entstehen. Vielleicht sogar so etwas wie eine allgemeine Sensibilisierung in Datensicherheitsfragen.

Aber das ist dann wohl doch eher TrÀumerei.

  1. Es existiert ein Tumblr, der die AbsurditÀt illustriert. []
  2. Damals war zudem Whatsapp auf Android noch komplett kostenlos, so dass ich mir schon Gedanken machte, was denn da das GeschÀftsmodell sein sollte. []
  3. Die Schmerzen waren so stark, dass ich fĂŒr eine kurze Zeit tatsĂ€chlich Whatsapp auf dem iPad ĂŒber verschlungene Wege installierte, um dann immer hin und her zu “aktivieren”. []
  4. ChatSecure hat mir diesen Schritt auch mobil ermöglicht – auf dem PC ist Pidgin eine gute Wahl, fĂŒr Mac-Freunde, die Probleme mit GTK+-Applikationen haben, gibt es auch Adium. []
  5. Dieser Blogpost von Joshua Lund scheint mir eine gute Anlaufstelle zu sein, die in verstÀndlicher englischer Sprache die verschiedenen Alternativen aufzeigt. []
  6. Die ich, falls der Titel und der bisherige Text dies noch nicht genug kundtun, einfach nur lĂ€cherlich finde, da es schon zuvor hunderttausend GrĂŒnde gegen Whatsapp gab, welches lange unverschlĂŒsselt war und bis heute durch den Einsatz von RC4 effektiv fĂŒr die NSA leicht analysierbar ist. []

Neues Jahr, neues GlĂŒck.

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Zweitausendundvierzehn also. Ich bin gespannt, wie das Jahr wird. Wird es besser als 2013? Möglich, aber irgendwie scheint mir da gar nicht so viel Luft nach oben.

Aber Schluss mit seltsamen Unklarheiten. Worauf kann man sich hier 2014 freuen?

Mehr Artikel/Posts/BeitrÀge.1 Ich werde es versuchen.

Projekte, und zwar verschiedene. Das erste wird mit etwas zu tun haben, was ich 2013 nicht wirklich geschafft habe: Owncloud, und zwar lokal. Ohne neue Hardware, jedenfalls zunÀchst. Eine Möglichkeit wÀre der Raspberry Pi, aber dann habe ich noch einen, guten alten Paln Pre Plus herumliegen.2

  1. Wie auch immer
 []
  2. Mit dem Palm Pre Plus ist es definitv schwieriger (keine Anleitungen gefunden), aber da die Installation von Webservern ĂŒber Homebrew möglich ist und vorerst 10+ GB genug sind (es geht mir vor allem um Kalender, Kontakte und Bilder). []

Empfehlungen der Woche (1)

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This is not a thursdays thing, that’s why I do it on thursdays.

The Verge: Small Empires 010: Squarespace
This is the first episode of “Small Empires” I really watched, because Squarespace is one of the few web companies I really admire, even though I didn’t really realise that they are around when I read on BinaryBonsai.

fefes blog: Die Arbeitsgruppe “Digitale Agenda” der Großen Koalition …Treffender Kommentar zu den “allen SchĂŒlern ein Smartphone”-PlĂ€nen der angehenden GroKo. Noch dazu von einem, der gewiss kein “Technikfeind” ist


There would be more, but I consider these enough for now.

#BTW13

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Das vorlÀufige amtliche Endergebnis:

Partei Ergebnis in % VerÀnderung
CDU/CSU 41,5% +7,7%
SPD 25,7% +2,7%
Linke 8,6% -3,3%
GrĂŒne 8,4% -2,3%
FDP 4,8% -9,8%
AfD 4,7% +4,7%
Piraten 2,2% +0,2%

Die Wahlbeteiligung ist leicht gestiegen auf 71,5%.

Die Sitzverteilung ist noch nicht ganz klar, aber es sieht wahrscheinlich wie folgt aus:

Partei Sitze VerÀnderung % / Plenum
CDU/CSU 311 +72 49,3%
SPD 192 +46 30,4%
Linke 64 -12 10,2%
GrĂŒne 63 -5 10,0%

Mögliche Koalitionen: Theoretisch möglich wĂ€re eine Koalition aus CDU/CSU und Die Linke – aber auch nur theoretisch. Gleiches gilt nach Aussagen von SPD und GrĂŒnen fĂŒr eine mögliche Koalition aus SPD, Die Linke und den GrĂŒnen. Also lĂ€uft es auf CDU + SPD (eine sog. “große Koalition”) oder auf eine Koalition von CDU + GrĂŒnen heraus.

Was mich ein wenig schockiert ist, dass trotz der Snowden-EnthĂŒllung keine der den Grundrechten verbundensten Parteien (FDP, Piraten) in den Bundestag geschafft hat. Noch 4 Parteien verbleiben im Parlament. Auch wenn ich ehrlich gesagt froh bin, dass die AfD es nicht in den Bundestag geschafft hat, sollte man sich angesichts von 15,5% Stimmen an Parteien die durch die 5%-Klausel nicht in den Bundestag einziehen fragen, ob diese Klausel in einer seit 64 Jahren funktionierenden Demokratie wirklich noch sinnvoll ist.