Jasper Fforde: Grau

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Ein Eddie-Russett-Roman

Inhalt

Auf der Erde, in ferner Zukunft: Der zwanzigjĂ€hrige Edward Russett reist mit seinem Vater nach Ost-Karmin, um eine StuhlzĂ€hlung vorzunehmen. Als junger Mann mit exelenter Rotsicht sieht er eine exzellente Zukunft vor sich. Bereits bei der Ankunft stellt er fest, dass in den Randzonen der Chromatokratie die Regeln des BegrĂŒnders Munsell nicht so genau genommen werden. Auch die stubsnasige Graue Jane wirkt sonderbar – und als dann noch einem seiner Freunde, einem Gelben namens Travis Canary, etwas zustĂ¶ĂŸt, beginnen Zweifel in ihm zu reifen, die sein Leben verĂ€ndern werden.

Meinung

Jasper Fforde hat hier ein Universum geschaffen, in welchem man sich nicht gleich wohlfĂŒhlt – die Restriktionen der Chromatokratie erscheinen seltsam, “Große Schritte ZurĂŒck” scheinen uns absurd. Mit der Zeit aber wird diese seltsame Welt, die obwohl in der Zukunft angelegt, doch so viele Elemente mittelalterlichen Feudalismus‘ aufweisend, vertraut. Auch ist dieses Buch eine unterhaltsame LektĂŒre, die gelegentlich sogar witzig ist, sofern der Leser denn begreift, um was es sich  z.B. etwa bei einer Weltkarte der “Parker Brothers” mit dem Akronym RISK handelt – ein Beispiel, welches den Ideenreichtum dieses großartigen Autors zeigt.

Ich warte dann mal auf die Fortsetzung

  • Spannung 4/5
  • Wissen 4/5
  • Anspruch 3/5
  • Humor 3/5
  • Liebe 2/5

„Der Wolkenatlas“ von David Mitchell

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This is a short comment on the novel “Cloud Atlas” by David Mitchell. IÂŽve read the german translation, thus I did my “review” in german as well.

Cloud Atlas

igb

Ich schreibe ĂŒber dieses Buch, weil ich mir vorgenommen habe meine FreizeitbeschĂ€ftigungen bewusster zu verarbeiten. Eigentlich wĂŒrde ich lieber nicht ĂŒber dieses Buch schreiben, denn es ich habe es in der deutschen Übersetzung gelesen, was, wenn man bedenkt, dass ich die englische Sprache doch immerhin leidlich beherrsche, fast ein Verbrechen ist. Aber gut, in der Buchhandlung war das Buch nicht auf Englisch vorrĂ€tig und das bestellen des Originals, ein gar nicht mal so langwieriger Prozess, wollte ich nicht auf mich nehmen, denn ich kaufte es doch nur aufgrund der Empfehlung einer hĂŒbschen BuchhĂ€ndlerin, die mir erzĂ€hlte, dass dieses Werk von David Mitchell eines ihrer LieblingsbĂŒcher sei – nachdem wir uns etwas ĂŒber die sich doch stark Ă€hnelnden Geschichten von Paul Auster und außerdem ĂŒber Dostojewski ausgetauscht hatten. WĂ€re ich geistesgegenwĂ€rtiger gewesen, hĂ€tte ich das Buch auf Englisch bestellt, dann hĂ€tte ich eins, zwei Tage spĂ€ter das Buch abholen können, aber gut, war ich nicht, und so habe ich das Buch nun auf Deutsch gelesen, was auch nicht so schlimm war, nein, sogar eine Recht gute Erfahrung.

Mitchell, ein Doktor der vergleichenden Literaturwissenschaften, hat in dieses Buch mehrere ErzĂ€hlstrĂ€nge eingearbeitet, die sich sprachlich so stark in ihrem Stil unterscheiden, dass er die HandlungsstrĂ€nge auch ohne Probleme hĂ€tte stĂ€rker durchmischen können. So aber beginnt das Buch als Tagebuch einer beruflicher Pazifikreise eines Notars aus San Francisco namens Adam Ewing, setzt sich 1930/1931 als Briefsammlung des – gleichfalls fiktiven – bisexuellen Komponisten Robert Frobisher fort, geht danach in einen in den 1970er Jahren in Kalifornien spielenden Kriminalroman fort, dessen Hauptprotagonistin Luisa Rey heißt und Journalistin ist, um anschließend weiterzufĂŒhren ĂŒber den mutmaßlich in der Jetzt-Zeit des Buches in England lebenden Verleger Timothy Cavendish, in die Zukunft. Die Zukunft, das bedeutet einen Ortswechsel in die Konzernokratie Korea, in der wir die protokollierte Lebensgeschichte des Aufgestiegenen Bedien-Klons Somni 451 erfahren, um dann den Gipfel zu erklimmen mit der Geschichte des Zachry, der sich zu den Talleuten von Big I., Ha-Why zĂ€hlt, und in einer Zeit nach dem „Untergang“ lebt, als Ziegenhirte – die Sprache ist entsprechend reduziert, wirkt geradezu archaisch. Nach dem Gipfel (Zachry erklimmt nebenbei denselbigen des Mauna Kea) folgt der Abstieg, wir erfahren einiges ĂŒber die Göttin der Talleute, Somni, die kurz darauf wieder selbst in der Protokollaufzeichnung zu Wort kommt, es geht weiter mit Cavendish, bis man schließlich wieder bei Ewing auskommt – welcher die innerste Puppe dieser Matroschka darstellt.

All diese ErzĂ€hlstrĂ€nge sind mit den ihnen vorangehenden verknĂŒpft, mal ĂŒber Personen, mal einfach als Geschichte – man könnte auch sagen, dass die Matroschken leicht transparent sind. Die Verweise mögen teilweise zwar etwas konstruiert erscheinen, ein wiederkehrendes Motiv sind kometenförmige Muttermale – aber insgesamt fĂŒhlt man sich als Leser nicht so sehr in einem elaborierten Machwerk gefangen, dass man deswegen das Buch weglegen wĂŒrde, denn es bleibt spannend (und wird spannender, etwa durch Vorgriffe auf die Fortsetzung des vorangehenden Handlungsstrangs, die neugierig machen).
Ein gutes Buch. Worum es nun aber in diesem geht, will ich nicht in GÀnze darlegen, nur so viel: Es geht um Lebensfragen. Mehr vielleicht dann, wenn ich das Buch auch noch im Original gelesen habe. Das Buchcover des Originals ist auch viel schöner.

RECOMMENDED (for lazy readers) : Cloud Atlas (novel) at en.wikipedia.org