Tolino Shine – Erste Eindrücke

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Der Tolino Shine ist nicht mein erster E-Reader. Durch einen Nook Simple Touch1 bin ich bereits an das Lesen auf eInk-Displays gewöhnt. In gewisser Weise ist der Tolino Shine für mich also nur ein Upgrade.

Die wesentlichen Fakten zum Gerät verrät der deutschsprachige Wikipedia-Artikel, ich will daher nicht näher auf diese eingehen und beschränke mich auf Eindrücke:

  • Die Farbe sieht zwar nicht wirklich schön oder gar elegant aus, die Oberfläche fasst sich aber gut an und macht aus dem abgerundeten Tolino einen passablen Handschmeichler
  • Die Displaybeleuchtung hat zwar einen deutlichen Blaustich, ist aber (im Vergleich mit in Augenschein genommenen Kindle Paperwhites und dem Kobo Glo meiner Mitbewohnerin ausgesprochen gleichmäßig. Auch die stufenlose Einstellbarkeit der Helligkeit überzeugt. Auch die zusätzliche Pixeldichte gegenüber Geräten der Vorgängergeneration macht sich sehr positiv bemerkbar.
  • Die Leseapp ist noch rudimentär, sie verfügt über keinerlei Dictionary, was gerade beim Lesen fremdsprachiger Titel hinderlich ist und ein klarer Nachteil gegenüber Amazons Kindle ist
  • Die Root-Lösung von allesebook.de überzeugt. Für Menschen, die etwas ähnliches schon mal mit einem Android Smartphone oder Tablet vorgenommen haben, sollte die “Befreiung” des Tolinos mit der Möglichkeit der Installation weiterer Apps kein Problem sein.
  • Während so ein oder zwei weitere Leseapps2 möglich erscheinen oder auch ein anderer Browser3, macht die Hardware hier einer Nutzung als 100%iger Tablet-Alternative einen Strich durch die Rechnung: 256MB RAM sind dabei eher das Hindernis als die Single-Core-CPU.
  • Während die aktuelle Kindle-App aus dem Play Store nicht wirklich startet4 gibt es eine ältere Variante bei Modaco, die für den Nook Simple Touch angepasst wurde. Diese läuft auch tadellos auf dem Tolino; lediglich Comic-Bücher scheinen mit dieser älteren Version noch nicht zu funktionieren. Aber: Es geht immerhin, und das ist super, gerade für Englische E-Books.
  • Was noch positiv im Vergleich mit dem Nook Simple Touch heraussticht: Longshine/die Telekom haben Android nicht so kaputtgebastelt, wie es Barnes&Noble getan haben. Auch toll: Man kann mit dem integrierten Browser auch Adobe-DRM geschützte E-Books herunterladen – was z.B. mit dem Kobo Glo nicht geht. Man kann also in jedem Buchhandels-Online-Shop der im Browser funktioniert, seine E-Books kaufen und ist nicht an den Händler gebunden, bei dem man sein Tolino gekauft hat.
  • Was ich noch nicht getestet habe: Die Telekom-Cloud (kein Interesse), die Telekom Hotspots (noch keine Gelegenheit).
  1. einen Kindle-Konkurrenten des US-Buchgiganten Barnes&Noble, welcher wie der Tolino softwaremäßig auf Android basiert. []
  2. z.B. die Open-Source Apps FBReader oder CoolReader []
  3. z.B. die Beta des Dolphin Browsers mit eigener, besserer Rendering- und Javascript-Engine []
  4. siehe RAM-Problematik []