Zurück zur Tastatur.

Motorola Droid 4 und LG G2
Droid 4 trumps the LG G2

Im November 2013 habe ich mir zum bislang letzten Mal ein neues Smartphone gekauft. Es handelt sich um ein LG G2. Seitdem sind einige neue Geräte erschienen (ja, jetzt bald ist wieder Mobile World Congress, die Geräte-Schwemme hat schon erste Vorab-“Leaks” erfahren), aber auch wenn ich zuvor über Jahre ständig zu viel Geld für allerlei Smartphones ausgegeben habe, musste ich bald feststellen, dass das schnelle Wechseln plötzlich keinen Sinn mehr machte. Ja, das LG G3 ist schon ein bisschen besser, aber irgendwie nicht so richtig (wer braucht diese Display-Auflösung, und warum ist das Ding noch größer?). Samsung rühre ich aus Gründen (TouchWiz, Hardwaredesign) nicht an, HTC verbaute 4 Megapixel-Kameras und die Gehäuse sind im Vergleich zum verbauten Display zu groß.
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Marco Arment on Google and Blogs

When I realized how well Google ranked Blogs running WordPress with a very few optimization in 2006, I was amazed and also surprised. Yes, there were some great blogs, but this way of ranking also jazzed up not so great blogs, including my own.
In 2015, or rather since July 1st, 2013 this has changed, as Marco Arment points out:
Marco.org | Google and blogs: “Shit.”

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Logbuch: Netzpolitik

Die am vergangenen Freitag erschienene Ausgabe 131 “Internet der kurzen Wege” des Podcasts “Logbuch: Netzpolitik”, hinter welchem Linus NeumannWiki, Blog und Tim PritloveWiki, Blog stehen, beinhaltet die Bitte, den Podcast doch bekannter zu machen. Selbst wenn man sich nicht für Netzpolitik interessiert, kann dieser Podcast unterhalten – und wenn man sich für (Netz-)Politik interessiert, also die politisch/rechtliche Ausgestaltung unserer stetig neuen technischen Realitäten, dann ist “Logbuch: Netzpoltitik”1 sozusagen “Pflichtlektürebeschallung“.
Logbuch: Netzpolitik

  1. Kenner verkürzen oft liebevoll auf “LNP”. []

Tocotronic – Wie wir leben wollen

Es gibt diese Dinge, über die man nur schreibt, weil man bereits zuvor über ähnliche Dinge geschrieben hat, zu denen dieses neue Ding eine Fortsetzung ist. So geht es mir mit “Wie wir leben wollen” von Tocotronic1 : Ich habe Jahre mit der Musik von Tocotronic in meinen Ohren verbracht. Aber das Leben ändert sich, verändert einen, und so ist es passiert, das ich nicht mehr viel Musik höre. Ja, es hat Monate in den letzten zwei Jahren gegeben, in denen ich keine Musik aus eigenem Antrieb gehört habe, keine Musik um des Musikhörens wegen. Sondern nur Musik aus Filmen, nur Musik aus dem Autoradio von furchtbaren Sendern mit penetranter Radiowerbung2 und unwitzigen Moderatoren, die aber die Fahrerin schätzt, Klassik in der U-Bahn-Station und sonst gar keine Musik. Ich habe mich nicht hinter Kopfhörern verschanzt, sondern bin mit offenen Ohren durch die Welt gegangen. So viele zusätzliche Gespräche habe ich deswegen auch nicht geführt, aber ein paar waren es schon und darunter sogar solche, die sich lohnten. Ich habe viel gelesen, viel auf Englisch, noch mehr in dieser Sprache hier; und leider bin ich wohl zu alt, um gleichzeitig Musik zu hören und (konzentriert) zu lesen; oder jedenfalls: Die Musik von Tocotronic kann ich nicht beim Lesen hören.

Wie wir leben wollen - Screenshot Google Play Music on Android

Wegen all dieser Unwägbarkeiten ist es passiert, dass ich erst Monate (gefühlt ist es ein halbes Jahr) nach dem Kauf dieses immer noch aktuellsten Tocotronic-Albums darüber schreibe. Was besonders ist: Ich habe dieses Album ohne physische Repräsentanz beim Spielplatz der großen Zahl erworben, rein digital, Einsen und Nullen. Das war ein Impuls, da durch Prokrastination die angestrebte Limited Edition leider nicht mehr verfügbar war. Ich gebe zu, dass ich das nicht besonders gut durchdacht habe; es wäre wirklich deutlich klüger gewesen, eine normale CD zu kaufen, mit Hülle, Booklet und allem. Denn das fehlt wirklich: Eine Hülle, ein kleines, sorgsam komponiertes Heftchen, oder wenigstens eine digitale Repräsentanz davon. Wie soll man über etwas schreiben, dass man nicht greifen kann, ohne halb verliebt den Text beim Hören in einem schönen Heftchen mitzulesen?

“Alles ist entschuldigt, niemand wird angeklagt, niemand wird beschuldigt, keine Meinung wird gesagt” singt Dirk von Lotzow, der schon lange nicht mehr der Halbkrakeler ist, der Teil einer Jugendbewegung sein will, z.B. in einem Song mit dem schönen Titel “Chloroform”. Ich kann den Klang nicht mit Worten beschreiben, um ehrlich zu sein; es fehlt mir in meinem Schreibzeugkasten an geeignetem Wortmaterial. Er singt ein Lied später “Ich bin ein Neutrum mit Bedeutung (…) ich habe mehr als tausend Seiten, ich bin ein fließender Roman”. Das tolle ist, und das macht dieses Album3 für mich besser als das Voherige (Schall & Wahn), dass dabei, trotz mit all dieser Poesie4 trotzdem gute Songs entstanden sind, die klanglich für sich stehen können. Vorbei ist die Bemühung, auch die ewigen Mitglieder der geheirateten Familie oder die Teile der Jugendbewegung auf Gedeih und Verderb irgendwie zufriedenzustellen, was gut ist, da dies, das belegen zahlreiche Amazon-Kritiken, ohnehin nie gelang.

Was mich bei Schall&Wahn und Kapitulation ein wenig zweifeln lies, die Rückkehr von Schrammelsounds oder gar einer Art von überbackenen Protestsongs5 ist diesmal abgesagt. Stattdessen steht da ein ziemlich einheitliches Klangbild, welches dennoch verschiedene Tempi und Dynamiken zulässt und im Ergebnis eine schöne Einheit entstehen lässt. Wenn man durch die gesamte Tocotronic-Produktion “shuffled”, lassen sich die neuen Titel klar “Wie wir leben wollen” zuordnen.

Da mag man behaupten, dass man gerade heute, mehr denn je, Protestsongs bräuchte. Aber “gerade heute, mehr denn je” ist ständig. Man könnte auch in die Textgebilde Dirk von Lotzows eine Möglichkeit zur techniklosen Verschlüsselung von Botschaften hereininterpretieren, eine Geheimsprache, an der sich die NSA die Zähne ausbeist.

Man kann das auch alles lassen und sagen: Gelungen, Chapeau! Oder sogar: Dies hat das Potenzial zur Zeitlosigkeit. Sofern wir damit leben wollen.

P.S.: Mein persönliches Highlight ist übrigens “How we aim to live”, die englische Fassung des Albentitelsongs “Wie wir leben wollen”, eingesungen von Rick McPhail.

  1. Die bald ihr 20 Jähriges Band-Jubiläum mit einer LP namens >20< begehen werden. []
  2. ohne Zweifel eine wirkmächtige Werbeform, die das Gehirn der Hörer und Hörigen direkt penetriert… []
  3. bei dem ich das physische Bonusmaterial so sehr vermisse… []
  4. Na ja, teilweise mögen es nur poetische Versuche sein, aber wer wagt das noch? []
  5. zum Beispiel Stürmt das Schloß” oder “Sag alles ab!” []

Ubuntu Edge

Marc Shuttleworth, der Mann hinter Ubuntu, hat ein neues Projekt vorgestellt: Ein eigenes Ubuntu-Smartphone. Und zwar High End, mit Crowdfunding.

Die ganze Sache ist zwar sehr interessant, aber auch echt teuer – ich kann nicht mal eben US$ 830,00 in den Topf werfen um dafür im Mai 2014 ein neues Smartphone zu erhalten. Den Konvergenzgedanken schätze ich aber dennoch. Für Motorolas Lapdock-Ansatz mag es noch etwas zu früh gewesen sein1 – aber das ARM Chromebook reicht (auch mit einer leichten Variante von Ubuntu (ich nutze LXDE als Benutzeroberfläche) für Alltagstasks überall hin. Da das Ubuntu Edge mit 4GB definitiv ausreichend Arbeitspeicher haben wird, und zudem mit dem besten Chip ausgestattet werden soll, der bei der Fertigstellung des Designs verfügbar ist, kann man davon ausgehen, dass die 830$ tatsächlich mehr als nur ein Smartphone kaufen. Wenn es denn dazu kommt: 32 Millionen Dollar per Crowdfunding zu erzielen ist nämlich noch niemandem gelunden. Aber es sieht gut aus.

Mehr:

  • Ein erstes Hands-On Video
  • Jason Hiner bei cnet.com mit Gedanken zu drei Aspekten des Ubuntu One
    1. erschwerend kam gegen Ende hinzu, das Android nicht wirklich Spaß macht, wenn man es mit einem Trackpad bedient []

    Privatsphären und Grundrechte

    Mir ist aufgefallen, dass es den Menschen, die mich kennen, als seltsam erscheinen muss, dass ich gerade zu diesem Zeitpunkt, da Enthüllungen zu PRISM & co. die Welt erschüttern, auf ein Chromebook setze. Ein Versuch, mir über meine Handlungen klar zu werden.

    TL;DR: We are screwed and there is not much we can do about it. Aber auch wenn wir in einer Welt leben, die schlimmer sein mag als Orwell sich 1984 vorgestellt hat: Immerhin fühlt sie sich kuschliger an. Und: Wir müssen weiterleben.

    Prism. NSA-Backdoors. Angezapfte Transatlantik-Kabel. Täglich wälzt sich irgendetwas neues durch die RSS-Feeds der Blogs und das Papier des sogenannten Qualitätsjournalismus. Ich bin alles andere als erschüttert. Skype, das war vorher schon hier und da glaubhaft gerüchtet, und mal ehrlich: Die Geheimdienste dieser Welt wären ihre Steuergelder auch nicht wert, wenn sie nicht die gewaltigen, von Tag zu Tag gewaltiger werdenden internationalen Datenströme nutzten. Continue reading “Privatsphären und Grundrechte”

    10 Jahre WordPress

    Warning: The following post is not only in german, it’s entirely personal. If you want to learn something about what WordPress is, and how it grew to what it is now, you are better off using your favorite search engine.

    Zugegeben, ich bin etwas spät dran: WordPress, die Blogsoftware, die auch hier hinter den spärlichen Kulissen werkelt, ist bereits vorgestern 10 Jahre alt geworden. Gratulieren will ich dennoch, denn WordPress begleitet mich schon lange, nämlich seit den letzten Dezembertagen des Jahres 2004. Damals, als Schüler, setzte ich mein erstes Blog auf – und WordPress 1.2 “Mingus” war das System meiner Wahl.

    Ganz ehrlich: Ich weiß nicht mehr, warum ich ausgerechnet WordPress wählte. Ich hatte bereits seit Monaten den Plan gehabt, eine leicht aktualisierbare Homepage zu bauen, hatte schon ein Layout konzipiert und umgesetzt, aber die Selbstprogrammierung eines basalen CMS mit PHP gelang mir nicht wirklich. Also wurde es WordPress, höchstwahrscheinlich auch damals WordPress.org zu den besser gestalteten Blogsystem-Projektsites gehörte. Und das Layout, welches ich mir mühsam abgerungen hatte, verwarf ich für das damalige Standard Template von Dave Shea, welches ich mit der Zeit Stück für Stück meinen (anderen) Vorstellungen anpasste. Statische Seiten realisierte ich damals noch mittels “richtigen” HTML-Dateien. Bald kam dann 1.5 “Strayhorn”, mit “Kubrick” von Michael Heilemann als Standard-Template, welches man bis heute hier und da noch sieht, auch wenn es auf hochauflösenden Breitbildschirmen nicht viel seiner ursprünglichen Eleganz behalten hat.

    Mit mehreren Updates (1.5, 2.0, 2.1 usw., alle nach Jazzgrößen benannt) und unzähligen Layouts, bei deren Erstellung ich meine HTML und CSS-Kenntnisse vertiefte bzw. erwarb, ging es dann weiter bis in den Mai 2007, in welchem ich mich, müde in freier Meinungsäußerung geworden1, meines Blogs entledigte.

    Das hielt nicht lange: Es folgte (nur ein paar Tage nach Einstellung des anderen) ein anonymes Blog bei WordPress.com, und als die Beziehung, die mit dem einhergehenden Glück auch zum Ende des ‘txtblog’ geführt hatte, im Sommer 2008 vorbei war, ein Versuch der Wiederbelebung desselbigen, wieder mit WordPress, aber ohne Altlasten. Dann gab es da noch verschiedenste Ideen, zu deren Verwirklichung ich stets zunächst zu WordPress griff, oft in Verbindung mit bbPress2 .

    Und auch dieses Blog, Brimborium, läuft wieder mit WordPress.

    Nein, ich war nicht stets treu: Brimborium lief zunächst mit Habari, LINMOB, das englischsprachige Blog über “Linux on mobile devices”3 war zunächst bei Blogger.com und dann bei tumblr. Aber ich bin zurückgekommen, weil ich die Flexibilität, die Erweiterbarkeit und das “einen eigenen Platz haben”, welche eine WordPress-Installation ermöglicht, irgendwie vermisst habe.

    Auch wenn sich Blogs in Zeiten der Social Networks nicht mehr so aufdrängen, und somit der Aufwand, selbst Webspace oder gar einen Server zu buchen, und auf diesem ein WordPress samt Plugins zu installieren, oder gar selbst Plugins und Themes zu entwickeln, teils vielleicht hinfällig geworden ist, ist es doch toll und notwendig, dass es so ausgereifte Systeme wie WordPress gibt.

    In diesem Sinne: Happy Birthday, WordPress!

    P.S.: Vor allem auch einen ganz herzlichen Dank an die unzähligen festen und freien Entwickler rund um Matt Mullenweg, die WordPress zudem gemacht haben, was es ist: Ein großartiges Stück freie Software.

    Weiterführendes:

    1. auch durch Social Networks wie studiVZ, mit denen man die persönlich bekannten ohnehin viel besser erreichte []
    2. Welches damals noch nicht seinen heutigen Plugin-Charakter hatte []
    3. jetzt ein Teil dieses Blogs []