Vorsatz

Am 29.12.2004, vor etwas mehr als zehn Jahren, habe ich (an anderer Stelle) meinen ersten Blogeintrag verfasst. Seitdem habe ich geschrieben, aber in den letzten drei Jahren stetig weniger. Daher mein Vorsatz für 2015: Täglich ein bisschen schreiben. Bislang habe ich das auch umgesetzt.
Merke: Schreiben ≠ Veröffentlichen.

Still using my Chromebook

While I am quite bored with most new tech announcements (especially smartphones), I realize that I still care most about small affordable laptops or convertibles. Tablets are great, I enjoy Apples iPad Air, but it has its limits, and so do Android tablets – limits in productivity. Of course it is entirely possible to do blogging or almost every other task that doesn’t require special business software on a tablet – but it just isn’t a great experience. Well, most likely it is just unwillingness to adjust – when you can choose between using an application that you know since almost forever, or a new app, that maybe is – at least for the advanced stuff – a little complicated and does not grow on you within minutes, then you might find yourself wanting the experience that you are used to. At least that’s the case with me.

As the headline says I am still using my Samsung ARM Chromebook with 3G. It is my main laptop now, which seems strange, given the fact that an iPad Air or the LG G2 most likely deliver better (benchmark) performance than this laptop. And then there is this OS – Chrome OS. Well, nah – I mostly boot into Arch Linux ARM running from a 32 GB SDHC card. I made it so that it is almost just as user friendly1 and has a broad set of applications I am used to2. While it is definitely not the fastest computer under the sun, it performs decent enough – the keyboard, the touchpad, the screen, the overall performance – nothing is really top notch, but it is more than good enough for me. BTW: The killer feature is, still, the following: No fan = no (constant) noise.

While it is great to be able to take the SDHC card out of the Chromebook, boot it into Chrome OS, launch guest mode and hand it over to a random person in order to provide that person with a way to access the internet, it feels decidedly hacky. And I like to have the robustness of Chrome OS at hand, which BTW evolved notably since mid 2013. But then the real question is: Would I purchase another (next gen) ARM Chromebook, like one of the announced and soon shipping “SAMSUNG Chromebook 2” with 8-core Exynos?

The answer is: It is unlikely. While – as mentioned above – most things work, getting an ARM-powered laptop set up to work a 100% fine with GNU/Linux seems almost impossible today. Rather essential stuff like standby is hit and miss, from time to time my Chromebook doesn’t wake up properly. Accelerated graphics (I am not talking about gaming, but much rather of video playback) or using a newer kernel: Painful to impossible. And as fanless Bay Trail netbooks/subnotebooks become available out there, that – depending how well the UEFI plays with Linux – are supposedly almost painless in that regard I would rather go for one of these if I had to upgrade.

But fortunately I don’t have to. And so I am sticking to my XE303C12H01DE.

(More on laptops soon.)

  1. thanks to using XFCE with NetworkManager and Modem Manager []
  2. Starting from Firefox, including LibreOffice, Gimp, Inkscape and even great stuff like LyX for LaTeX. []

Whatsappokalypse und German Facebook Angst

Facebook hat den Messaging-Service Whatsapp für absurde 19 Mio. USD gekauft1 , und meine Timeline ist nun voll von Artikeln, die Alternativen zu Whatsapp aufzeigen, u.a. die proprietäre, verschlüsselte Mobile Messaging App Threema.

Da ich persönlich Whatsapp nach den ersten Snowden-Leaks verlassen habe, freue ich mich natürlich, dass Menschen tatsächlich darüber nachdenken, Whatsapp sein zu lassen. Ich habe das Phänomen Whatsapp zwar irgendwie mitgemacht und auch verstanden – der Erfolg liegt in der Simplizität, die Whatsapp zu einem sehr simplen SMS-Ersatz macht – aber es war für mich immer auch mit argen Schmerzen verbunden. Ich konnte nicht umhin, den Adressbook-Upload nicht ganz so super zu finden2, die Ketten-Messages waren auch ätzend, vor allem aber war es das Whatsapp-Konzept, nur auf einem Gerät zugleich zu funktionieren: Nur auf dem Smartphone. Die Situation, vor einem iPad oder gar einem PC zu sitzen, und das ständig vibrierende Smartphone immer wieder in die Hand zu nehmen um letztlich über das Internet zu kommunizieren, fand ich einfach nur furchtbar3. Es waren die Zeiten von nicht wirklich tollen Smartphones mit Android 2.x, aber auch heute mag ich es nicht, mein top-notch-LG G2 in die Hand zu nehmen, da irgendjemand meint, mich dazu zwingen zu müssen.

Als ich mich dazu entschied, Whatsapp nicht mehr zu nutzen, suchte ich nach einer vernünftigen Alternative mit Web-Interface, ohne mit irgendeinem weiterem Dienst meine Daten zu teilen. So bekamen Facebook Messenger und Google Talk/Hangouts einen prominenten Platz auf meinem Smartphone-Homescreen.

Seit Mitte letzten Jahres ist viel Bewegung in dem mobilen Markt für “sicheres” Messaging gekommen – jedenfalls auf Seiten der App-Entwickler. Seit Anfang dieses Jahres setze ich konsequent auf OTR mit allen Menschen, die technisch flexibel genug sind, dass man ihnen die Idee schnell erklären kann – zwar vor allem über Facebook und Google-Server, aber immerhin.4 Derzeit ist Threema am populärsten. Gestern hat mich ein guter Freund kontaktiert, mit dem ich, sensibilisiert durch den Konsum von 30C3-Talks mal über sichereres Messaging (und somit durch freak show-Konsum auch Threema) gesprochen habe – er hat sich als armer Praktikant nun Threema gekauft. Nachdem ich mir auch Threema gegönnt hatte, kontaktierte mich dann ein weiterer Freund, da ich mich aus Convenience-Gründen über meine E-Mail-Adresse finden lasse. Wenn SZ.de also sinngemäß schreibt, das Threema eine Nutzerexplosion erlebt, klingt das für mich äußerst plausibel. Das ist zwar irgendwie doof, weil Threema aufgrund seiner proprietären, zentrierten Natur nicht die optimale Lösung sein kann; aber in Ermangelung besserer, “fertiger” Alternativen5, ist das eine nicht ganz so schlechte Entwicklung. An dieser Stelle daher ein erstes, kleines “Danke, Facebook!”

Dennoch: Die Menschen, die nun meine Threema-Kontakte darstellen sind irgendwie dann doch “Nerds im weiteren Sinne” – keine Bilderbuchnerds, aber Technikenthusiasten. Und ich nehme auch an, dass diejenigen, die nun in den Kommentarspalten ihre German Facebook Angst kundtun6 und somit fieberhaft Whatsapp verlassen möchten, auch nicht die Mehrheit darstellen, sondern nur eine lärmende Minderheit. Aber dennoch: Wenn genug dieser Menschen vor dem Löschen ihres Whatsapp-Kontos noch ihre dortigen Kontakte anschreiben, kann hier eine spürbare, eventuell empfindliche Nutzerwanderung zu einem anderen Dienst entstehen. Vielleicht sogar so etwas wie eine allgemeine Sensibilisierung in Datensicherheitsfragen.

Aber das ist dann wohl doch eher Träumerei.

  1. Es existiert ein Tumblr, der die Absurdität illustriert. []
  2. Damals war zudem Whatsapp auf Android noch komplett kostenlos, so dass ich mir schon Gedanken machte, was denn da das Geschäftsmodell sein sollte. []
  3. Die Schmerzen waren so stark, dass ich für eine kurze Zeit tatsächlich Whatsapp auf dem iPad über verschlungene Wege installierte, um dann immer hin und her zu “aktivieren”. []
  4. ChatSecure hat mir diesen Schritt auch mobil ermöglicht – auf dem PC ist Pidgin eine gute Wahl, für Mac-Freunde, die Probleme mit GTK+-Applikationen haben, gibt es auch Adium. []
  5. Dieser Blogpost von Joshua Lund scheint mir eine gute Anlaufstelle zu sein, die in verständlicher englischer Sprache die verschiedenen Alternativen aufzeigt. []
  6. Die ich, falls der Titel und der bisherige Text dies noch nicht genug kundtun, einfach nur lächerlich finde, da es schon zuvor hunderttausend Gründe gegen Whatsapp gab, welches lange unverschlüsselt war und bis heute durch den Einsatz von RC4 effektiv für die NSA leicht analysierbar ist. []

Neues Jahr, neues Glück.

Zweitausendundvierzehn also. Ich bin gespannt, wie das Jahr wird. Wird es besser als 2013? Möglich, aber irgendwie scheint mir da gar nicht so viel Luft nach oben.

Aber Schluss mit seltsamen Unklarheiten. Worauf kann man sich hier 2014 freuen?

Mehr Artikel/Posts/Beiträge.1 Ich werde es versuchen.

Projekte, und zwar verschiedene. Das erste wird mit etwas zu tun haben, was ich 2013 nicht wirklich geschafft habe: Owncloud, und zwar lokal. Ohne neue Hardware, jedenfalls zunächst. Eine Möglichkeit wäre der Raspberry Pi, aber dann habe ich noch einen, guten alten Paln Pre Plus herumliegen.2

  1. Wie auch immer… []
  2. Mit dem Palm Pre Plus ist es definitv schwieriger (keine Anleitungen gefunden), aber da die Installation von Webservern über Homebrew möglich ist und vorerst 10+ GB genug sind (es geht mir vor allem um Kalender, Kontakte und Bilder). []

Empfehlungen der Woche (1)

This is not a thursdays thing, that’s why I do it on thursdays.

The Verge: Small Empires 010: Squarespace
This is the first episode of “Small Empires” I really watched, because Squarespace is one of the few web companies I really admire, even though I didn’t really realise that they are around when I read on BinaryBonsai.

fefes blog: Die Arbeitsgruppe “Digitale Agenda” der Großen Koalition …Treffender Kommentar zu den “allen Schülern ein Smartphone”-Plänen der angehenden GroKo. Noch dazu von einem, der gewiss kein “Technikfeind” ist…

There would be more, but I consider these enough for now.

#BTW13

Das vorläufige amtliche Endergebnis:

Partei Ergebnis in % Veränderung
CDU/CSU 41,5% +7,7%
SPD 25,7% +2,7%
Linke 8,6% -3,3%
Grüne 8,4% -2,3%
FDP 4,8% -9,8%
AfD 4,7% +4,7%
Piraten 2,2% +0,2%

Die Wahlbeteiligung ist leicht gestiegen auf 71,5%.

Die Sitzverteilung ist noch nicht ganz klar, aber es sieht wahrscheinlich wie folgt aus:

Partei Sitze Veränderung % / Plenum
CDU/CSU 311 +72 49,3%
SPD 192 +46 30,4%
Linke 64 -12 10,2%
Grüne 63 -5 10,0%

Mögliche Koalitionen: Theoretisch möglich wäre eine Koalition aus CDU/CSU und Die Linke – aber auch nur theoretisch. Gleiches gilt nach Aussagen von SPD und Grünen für eine mögliche Koalition aus SPD, Die Linke und den Grünen. Also läuft es auf CDU + SPD (eine sog. “große Koalition”) oder auf eine Koalition von CDU + Grünen heraus.

Was mich ein wenig schockiert ist, dass trotz der Snowden-Enthüllung keine der den Grundrechten verbundensten Parteien (FDP, Piraten) in den Bundestag geschafft hat. Noch 4 Parteien verbleiben im Parlament. Auch wenn ich ehrlich gesagt froh bin, dass die AfD es nicht in den Bundestag geschafft hat, sollte man sich angesichts von 15,5% Stimmen an Parteien die durch die 5%-Klausel nicht in den Bundestag einziehen fragen, ob diese Klausel in einer seit 64 Jahren funktionierenden Demokratie wirklich noch sinnvoll ist.

Berufsbezeichnung

Bei etablierten Holzmedien fände ich es teils angebrachter, teils einfach lustiger wenn da nicht “Social Media-Redakteurin” sondern “Internet-Korrespondentin” stünde.

TV-Düll.

Ich habe derzeit nicht die Zeit zu elaborierten Äußerungen zu aktuellem Mediengeschehen. Das ist schade, denn das, was da passiert gerade, ist ganz interessant.

Am Sonntagabend wurde wieder eine lächerliche neue Ausgabe des sog. “TV-Duells” veranstaltet.
Merkel vs. Steinbrück; eine Inszenierung, die durch miese Journalistendarsteller1 endgültig langweilig wird.

Blogger-Urgestein Johnny Häusler hat sich dazu schön aus der Sicht eines Familienvaters geäußert. Ich möchte nur einen weiteren Aspekt einfließen lassen, der auf einer kleinen Berechnung beruht: Bei der Bundestagswahl 2009 nahmen 70,78% der Wahlberechtigten ihr Wahlrecht war, davon wählten zusammengenommen gerade 56,8% CDU/CSU und die SPD. Wenn man das mal multipliziert und auf alle Wahlberechtigten umrechnet, kommen 40,2% der Stimmen aller Wahlberechtigten auf diese Parteien, deren Spitzenkandidatinnen da am Sonntag abend befragt wurden. Das ist noch nicht mal die Hälfte. Wie kann also so ein Format überhaupt wirklich als relevant gelten?

  1. Wenn ein Stefan Raab schon als erfrischendes Highlight gefeiert wird, sagt das einiges; dass Maybritt Illner in ihrer anschließenden, “einordnenden” ZDF-Sendung noch nicht mal die Farben der deutschen Nationalflagge richtig aufsagen kann, macht mich fassungslos, auch wenn ich jetzt kein Freund der großen Wimpelschwenkerei bin. []